G20 Chiefs On Tour (Hamburg, 2017)

Hamburg, im Juli 2017. Am 7. und 8. Juli wird Hamburg zum Austragungsort für ein Treffen der Staats- und Regierungschefs der 20 größten Industrienationen. Ziel ist es, wie schon 2007 in Heiligendamm, sich über die Zukunft der Weltwirtschaft abzustimmen. Hamburg sei aufgrund hanseatischer Tugenden ein Symbol für „Weltoffenheit, Pragmatismus, Aufrichtigkeit und Fairness“, so Merkel zur Begründung für den Veranstaltungsort. Die nachfolgende Serie zeigt die zentrale Demonstration vom Samstag (8. Juli 2017).

Hamburg, in July 2017. On 7th  and 8th of July, Hamburg will be the venue for a meeting of heads of state and government of the 20 largest industrial countries. In order to discuss the future of the world economy, G20 chiefs have invited representatives of international institutions and organizations, too. According to german chancellor Angela Merkel (CDU), Hamburg is a symbol of „open-mindedness, pragmatism, sincerity and fairness“ because of Hanseatic virtues. The following series shows the final demonstrations from Saturday, July 8th.

G20 demonstration Hamburg 2017

Ein kirchlicher Demonstrant trägt eine selbst gemachte Ferula mit der Aufschrift: „Diese Wirtschaft tötet“. (An church-related demonstrator wears a self-made Ferula with the inscription: „This economy kills“)

Demonstranten am Samstagnachmittag in Hamburg auf der Straße. Unter dem Motto „Solidarität ohne Grenzen“ und „Hamburg zeigt Haltung“ protestieren zwischen 50.000 und 70.000 Menschen gegen das Treffen der Staats- und Regierungschefs der 20 größten Wirtschaftsnationen. (Tens of thousands of demonstrators went on the streets of Hamburg, Germany. According to the motto, „solidarity without borders“ and „Hamburg shows attitude“, between 50,000 and 70,000 people protested against a summit of the heads of state of the 20 largest economic nations.)

Demonstranten während der „Solidarität ohne Grenzen“-Demonstration. (Demonstrators during the „Solidarity Without Borders“ demonstration.)

Gewerbetreibende und Fußgänger vor einem Schaufenster auf der Reeperbahn, Hamburg. Im Schaufenster zu sehen ist ein Schriftzug: „G20 zur Hölle“. (Tradeswomen and pedestrians in front of a shop window on Reeperbahn, Hamburg. In the shop window, a lettering „G20 to hell“ can be seen.)

Demonstranten posieren mit einem mobilen Hintergrund, im Vordergrund die politische Forderung „Neoliberalismus ins Museum!“. (Demonstrators pose with a mobile background, in the foreground the political claim „neoliberalism into museum!“.)

Von Bühnen und Lautsprecherwagen ertönt Musik wie bei einem Festival. Nach vielen Stunden Demonstration ruhen Teilnehmer am Straßenrand aus, während andere zu Techno tanzen. (Music is coming from different stages and loudspeaker wagons like at a festival. After several hours of demonstration, participants are resting on the roadside while others are dancing to electronic beats mixed up by DJs.)

Während des ganzen Tages sind Hubschrauber im Einsatz . Sie beobachten das Demonstrationsgeschehen von oben, aber der permanente Lärm der Rotorenblätter spannt die Stimmung am Boden an. Insgesamt elf Hubschrauber sollen im Einsatz sein. Hier fliegen drei Hubschrauber vom Einsatzgebiet weg, um zu tanken oder die Besatzung zu wechseln. (Helicopters are used throughout the day. They observe the demonstration process; but the permanent noise of the rotors leaves the atmosphere on the ground tensed up. Here, three helicopters fly off the field to refuel or change the crew.)

Hanseatische Gemütlichkeit: Am Rande der Reeperbahn beobachten Biergartengäste am Samstagnachmittag den großen Zug von Polizisten , der die Straße lang läuft. (Hanseatic cosiness: On the sidelines of the Reeperbahn in Hamburg, beer garden guests watch the big train of policemen running along the street on Saturday afternoon.)

Während des G20-Gipfeltreffens in Hamburg kamen 19.000 Polizisten zum Einsatz. Das ist eine leicht höhere Anzahl an Beamten als 2007 beim G8-Gipfeltreffen in Heiligendamm. (During the G20 summit in Hamburg, 19,000 police officers were deployed. This is a slightly higher number of officers than in 2007 at the G8 Summit in Heiligendamm.)

Zu den erfahrensten Einsatzkräften gehören die Beamten aus Berlin. Die Polizei-Bilanz nach G20 in Hamburg: Insgesamt 476 verletzte Beamte, davon 130 Berliner Polizisten. Man sei „verheizt“ worden, heißt es von betroffenen Polizisten.  Zu erkennen sind sie am Landeswappen mit ihrem schwarzen Bären auf der Schulter. (Among the most experienced personnel are the officers from Berlin. The police record after G20 in Hamburg: A total of 476 injured police men and women, including 130 Berlin police officers. They had been „burnt“, according to police sources. A black bear on the shoulder shows that they belong to the federal state of Berlin.)

Ein Hamburger Polizist beobachtet Demonstranten nach einer beinahe eskalierten Situation in einem angrenzenden Park. Den Schlagstock trägt er defensiv, aber startklar. Demonstranten versuchten die Beamten einzukreisen. (A Hamburg police officer observes protesters after an almost escalated situation in an adjacent park. He carries the baton defensively but clearly. Protesters tried to encircle the officers.)

Erschöpfte Polizisten ruhen nach mehreren Stunden Versammlungsschutz am Bordsteinrand. Im Hintergrund steht ein Wasserwerfer. (Exhausted policemen rest after several hours at the edge of the curb. A water gun parks in the background.)

G20 Proteste Hamburg HH 2017

Ein Hamburger Polizistin am Rande des Demonstrationszugs. (A Hamburg policewoman in a hurry on the edge of the protesters march.)

Polizeikräfte vor Weltkulturerbe: Vermummte Beamte sichern den Zugang zur Hamburger Speicherstadt, einem denkmalgeschützten Stadtteil. (Policemen in front of world cultural heritage: Disguised poilce officers ensure access to Hamburg Speicherstadt, a district that is protected as a historic monument .)

Hamburger Polizisten eskortieren den Demonstrationszug. (Hamburg police forces escort the demonstrators march.)

Nach dem Einsatz eines Wasserwerfers wischt sich ein Einheimischer das Wasser aus dem Gesicht. Der Hobbyfotograf auf seinem Sitzroller ist nass. Die beiden Demonstranten hinter ihm beobachten die Polizei. (After using a water faucet, a local man wipes the water out of his face. The hobby photographer on his seat roller is wet. The two demonstrators behind him watch the police, beer is drunk behind.)

Eine junge Frau schreit die Polizei an, die mit einem Wasserwerfer die Demonstrationsmenge auf Abstand bringen will.  (A young woman yells at the police forces that want to bring demonstrators on distance with a water gun.)

Berliner Beamte in der vordersten Linie: Gegen frühen Abend wird die Stimmung immer ausgelassener und aggressiver. Kleinunternehmer verkaufen Bier in eisgekühlten Schubkarren. Hier wird ein Zug in schwieriger Lage von Demonstranten eingekesselt. Der leitende Beamte bereitet eine Geste an seine entfernten Kollegen vor, weil die Menge immer dichter rückt. Kurz darauf… (Berlin officers in the front line: In the evening, the mood becomes more and more wild and aggressive. Small business owners sell beer in ice-cooled wheelbarrows. Here a police squad in difficult position is surrounded by demonstrators. The senior officer prepares to call his distant colleagues to help, because the crowd is getting more and more closer. Shortly thereafter…)

…stürmen Polizeikräfte zu ihren eingeschlossenen Kollegen und lösen den Ring um sie herum auf. Militante Demonstranten, die sich den Einsatzkräften entgegenstellen, kassieren mit dem Schlagstock. (… police forces storm the front and break up the ring around their colleagues . Militant protesters, who oppose the police manoeuvre, recieve hits from the baton.)

Während ein Wasserwerfer auf Demonstranten schießt, versucht ein Demonstrant mit den Beamten in einer beschwichtigenden Geste zu reden. (While a water gun shoots at protest groups, a demonstrator tries to talk with the officiers in a placatory gesture.)

Ein junger Mann steht vor einem Polizeikommando mit Wasserwerfer und genießt die außerordentliche Stimmung mit seiner Flasche Wodka. (A young  man stands in front of a police squad with a water gun and enjoys the unusual atmosphere with his bottle of vodka booze.)

Ein Demonstrant hat Blessuren im Gesicht davon getragen. Er wird von vier anderen Demonstranten so gut es geht versorgt. (A demonstrator received bruises on his face. He is served by four other demonstrators.)

Werbeplakat an einer Hausfassade an der Reeperbahn. (Advertising poster on a house facade at the Reeperbahn.)

Ein Polizist muss zügig an einem Demonstranten vorbei, um zu seinem Zug aufzuschließen. (A policeman has to pass a demonstrator qhickly, in order not to fall back.)

New Neighbors (Berlin, 2017)

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Berlin, im Juni 2017. Hinter der verzierten Mauer auf dem Invalidenfriedhof nahe der Scharnhorststraße, Berlin-Mitte, wird kräftig gebaut. Gegenüber entstehen rund 500 moderne Apartments, die Teil einer neuen „Europa City“ werden. Bis auf wenige Ausnahmen sind die Wohnungen bereits mehrheitlich veräußert. Vice versa, auf dem denkmalgeschützten Friedhof, bemüht sich ein Förderverein mit seinen begrenzten Mitteln seit 1992 um die Bewahrung und Restaurierung der Grabstätten und Grünflächen.

May the force be with you (Bamberg, 2017)

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Ensemble vor Bambergs gar mächtigster Raumstation auf dem Gelände der Stadtwerke.

Bamberg, im April/Mai 2017. Der Mythos Star Wars kehrt von der Leinwand zurück auf die Bretter, die die Welt bedeuten – als hätte nicht George Lukas, sondern der Barde von Stratford-upon-Avon die legendäre Geschichte der 1977 erschienen Episode IV erzählt: Das WildWuchs Theater Bamberg (BTW: tolle neue Website!) bringt nämlich das Werk des amerikanischen Autors Ian Doescher, William Shakespeare’s Starwars: Fürwahr eine neue Hoffnung, auf die Bühne. Worum geht es? Eine Geschichte um Politik, Tod und Liebe in der Manier des elisabethanischen’schen Theaters. Das Besondere: Der amerikanische Autor Ian Doescher hat die bekannte Space Opera Star Wars in ein Versdrama verwandelt und dabei zahlreiche Shakespeare Zitate und Verweise auf das Theater im allgemeinen eingebaut. Prämiere: 4. Mai 2017. Weitere Termine: 6. Mai, 31. Mai und 3. Juni. Mehr Infos unter: www.wildwuchs-bamberg.de

Ensemble vor Bambergs gar mächtigster Raumstation auf dem Gelände der Stadtwerke.

Here comes the sun (Bamberger Land, 2017)

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Restaurant an einer Landstraße, Bamberger Land, Bayern. (motorway restaurant, Bamberg county, Bavaria, Germany.)

Diese Aufnahmen sind Teil des Fotoessays Renewables.

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Photovoltaik-Anlage eines genossenschaftlichen Bürgersolarparks, Bamberger Land, Bayern. (Solar panels of a corporate solar park run by citizens, Bamberg county, Bavaria, Germany.)

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Genossenschaftlicher Bürgersolarpark, Bamberger Land, Bayern. (Corporate solar park run by citizens, Bamberg county, Bavaria, Germany.)

Bamberger Kurzfilmtage 2017

Ende Januar war es wieder so weit: Festwoche des Kurzfilms in Bamberg, kurz: die Bamberger Kurzfilmtage. Sie fanden zum 27. Mal statt. Immer ein Garant für gehaltvolle bis nachdenkliche Unterhaltung für Filmliebhaber. Für zahlreiche junge Leute und Jungebliebene, die eher das wuselige Drum-Herum, den roten Teppich oder die Anwesenheit der Preisträger in der Stadt genießen, ein Garant für nächtliche Aftershow-Partys. Anbei ein paar Eindrücke. (English Translation after the „Read More“.)

Jährliches Highlight: Der Dokumentarfilm-Wettbewerb vor ausverkauftem Saal. (Annual highlight: The documentary competition in front of a sold-out hall)

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„Fremd? Sprache!“ – ein Theaterstück, entwickelt mit Geflüchteten und Wahl-Bambergern

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Seit einem halben Jahr arbeiten Geflüchtete und Wahl-Bamberger in der Alten Seilerei an dem Theaterprojekt „Fremd? Sprache!“. Zu Beginn stand nur die Idee, ein Theaterstück zum Thema, „Wie ist es in einer Region Deutsch zu lernen, in der Mundart gesprochen wird?“ zu entwickeln. Daraus wuchs eine Geschichte über das Ankommen und (Ein-)Leben in Bamberg, über Sprachbarrieren und Missverständnisse. Alle Episoden dieses humorvollen Theaterprojekts sind inspiriert von den Erfahrungen der Darstellerinnen und Darsteller in Bamberg. Mehr Infos bei der Alten Seilerei.

Drinnen und draußen

 

Dresden, Anfang Oktober 2016.

„Vielfalt ist keine Worthülse – längst wohnen hier in Sachsen gebürtige Schwaben, aber auch Tschechen und Polen, haben Brandenburgerinnen Bremer mit türkischen Wurzeln geheiratet, sind einst aus der DDR freigekaufte Berliner vom Rhein zurück an die Spree gezogen, Westfalen haben in Mecklenburg-Vorpommern ihr Glück gemacht, Niedersachsen in Thüringen – als Ministerpräsidenten zum Beispiel. Und ein Dresdner Schauspieler beeindruckt seit Jahren ein millionenstarkes Fernsehpublikum im „Münster-Tatort“. 

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Der Braumeister

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„Aecht Schlenkerla“-Braumeister Michael Hanreich vor den Lagertanks in den alten Stollen der Bamberger Brauerei: „Ins Ausland gehen scho‘ 25 Prozent unserer Produktion.“

Bamberg, im Juni 2016. Zu den besten Bieren Bambergs gehört das „Aecht Schlenkerla“-Rauchbier, das es mittlerweile in ganz Deutschland zu kaufen gibt. In der historischen Schankstube der Brauerei werden wöchentlich Tausende Liter des Getränks von Einheimischen und Touristen verzehrt, „ein gar köstlich Getränk“, wie der Philosoph G. W. Friedrich Hegel wohl gemeint haben soll. Vor kurzem traf ich mich mit dem Braumeister, Michael Hanreich, zu einem kleinen Interview, und, um einen Blick hinter die Kulissen des renommierten Bamberger Rauchbieres zu erhalten. Eine Portraitstrecke mit Interview.
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Filmstadt Bamberg

Doku-Wettbewerb Mittwoch 27.01.16

 

Und Action: Ende Januar verwandelte sich Bamberg in eine Filmstadt. Der Anlass: Kurzfilme, eine ganze Woche lang, 34 Vorführungen in zwei Kinos, in jeder Vorführung über ein Dutzend hochwertig gemachte Filmchen. Hunderte Beiträge wurden für das Festival, das zum 26. Mal stattfand, eingereicht. In verschiedenen Wettbewerben (z.B. Dokumentar-, Regional- Kinder- oder Trash-Film) traten die Streifen und die Macher dahinter gegeneinander an. Das Publikum? Mehrere Tausende, die Veranstalter sprechen von 4.000 Gästen. Ein paar Eindrücke aus der Welt des salzigen Popcorns, der Softdrinks und des roten Teppichs: die 26. Bamberger Kurzfilmtage.

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Gesichter der Arbeit

Unter dem Titel „Gesichter der Arbeit“ habe ich dieses Semester eine mehrmonatige Projektarbeit am Institut für Kommunikationswissenschaft angefertigt, welche im nachfolgenden Poster zusammengefasst ist. Die Foto-Termine boten mehr Einblicke in die Bamberger Arbeitswelt(en), als nachfolgend in einem singulären Bild dargestellt. Jede der gezeigten werktätigen Personen kann als eigene Sequenz gezeigt werden. Das soll auch passieren! Bei den oft mehrstündigen Shootings fertigte ich hin und wieder Interviews an, um informative Hintergrundtexte für die Porträts zu liefern. Qualitativ gehen die entstandenen Bilder über ein journalistisches Level hinaus und sollen bewusst das Individuelle der Person als auch das Prototypische der Profession und Arbeit miteinander in Verbindung setzen. Abschließend besteht auch eine Intention des Projekts darin, das bestimmten Vorstellungen unterworfene Erscheinungsbild, nennen wir es: das Berufsantlitz, mit der Gegenwart abzugleichen und für das 21. Jahrhundert zu aktualisieren.

Diese „Business-Porträts“ werden – mit Einverständnis der Beteiligten – in loser Folge auf meinem Blog genauer vorgestellt. Unter Kleingedrucktes gibt es schon jetzt ein hochauflösendes PDF des Ganzen, um zu schmökern.

Gesichter der Arbei - Poster Fotojournalismus FINAL2 - 72 dpi niedrig

The fog remains the same

Bamberg, Neujahr 2016. Zwei Eindrücke vom Flussufer.


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Auf kurze Sicht: Am Kranen, einer Anlegestelle in der Bamberger Innenstadt, versammeln sich viele Menschen, um auf das neue Jahr 2016 anzustoßen und das Feuerwerk zu bestaunen. Der zusätzliche Feinstaub der Böller, Knaller und Raketen beeinträchtigte die ohnehin nebelige Situation allerdings noch mehr.

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Das neue Birkenwäldchen

Stadtumbau Ost

Stadtteil „Neues Birkenwäldchen“, Frankfurt an der Oder, im Juni 2015. Foto: Alexander Roßbach ©

Die Treue zu den eigenen vier Wänden nimmt zu, je länger in ihnen gelebt wird. Eine Wohnung ist dann oft mehr als nur ein Wohnquartier; sie dient als Refugium, als Ruhe- und Rückzugsort. Dieses Wurzelschlagen ist dort ein Problem, wo Einwohnerverluste hoch sind. Denn im ländlichen Bereich sowie in zahlreichen Städten der Peripherie stehen in den 2000er Jahren immer mehr Wohnungen leer. Die Wohnungsmärkte von Großstädten werden dafür immer härter umkämpft. Neu-Beresinchen, ein im Südwesten gelegenener Bezirk in Frankfurt an der Oder, veränderte sich durch Einwohnerverluste überaus anschaulich. Beresinchen, so das sorbische Wort für Birkenwäldchen, macht seinem Namen heute mehr Ehre als jemals zuvor.

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Carpe Noctem

Bamberg, 2014 und 2015. Ein städtischer Garten – moralisch-integer, offen und doch privat – in stiller Nacht. Die Straßen sind erhellt, harmlos, die Ruhe regiert. Im Gegenzug rebellieren Feierlichkeiten gegen die bürgerliche Stille – in Wohnungen, auf Balkonen und in Nachtclubs. Denn nachts wollen die Sehnsüchte tanzen gehen. Rummachen und besinnungslos werden. Nochmal kräftig an der Zigarette ziehen, um dem Rauch beim Verwehen zuzusehen. Die Schönheit der Nacht schmeckt man auf Nachhausewegen. Bamberg nachts. Als Ausstellung dabei beim Schall & Rauch Festival für Theater, Musik und Kultur, das vom 9. bis 11. Juli im Palais Schrottenberg, Bamberg, stattfand.

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„Italien? Italien!“

Der unbekannte Schuhmacher von Olevano Romano, 2014. Foto: Ulrich Weichert ©

Der unbekannte Schuhmacher von Olevano Romano, 2014. Foto: Ulrich Weichert ©

Das Historische Museum Bamberg zeigt Aufnahmen von Ulrich Weicherts Italienreisen. Der 1949 in Tübingen geborene Fotograf hält Menschen in ihren sozialen Kontexten fest – teils offen, teils verdeckt –, getarnt als situativer Schnappschuss oder als vorbereitete Komposition. Eines wird bei der Exposition „Italien! Italien? Italien.“ schnell deutlich: Das südeuropäische Land ist für Weichert eine Herzensangelegenheit. Weiterlesen

Die Titelhelden

Fans des Deutschen Meisters 2015, der Brose Baskets Bamberg, Sekunden nach dem Abpfiff der Partie in Bamberg.

Fans des Deutschen Meisters 2015, der Brose Baskets Bamberg, Sekunden nach dem Abpfiff der Partie in Bamberg.

Bamberg, 21. Juni 2015. Mission Titel-Eroberung: Ein paar Eindrücke vom BBL-Finale zwischen den Brose Baskets und dem FC Bayern München Basketball, das auf der Basketball-Fanmeile in der Innenstadt am Sonntagnachmittag übertragen wurde.
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Der Hochstapler von Kleinvenedig

Steinskulpturen sind seine Spezialität: Johannes Haußner.

Steinskulpturen sind seine Spezialität: Johannes Haußner.

(Erschienen am 21. Juni auf GoBamberg.de, zuletzt abgerufen: 23.06.2015)

Wer an Sommertagen in Bamberg den Blick Richtung Regnitzufer nahe dem Leinritt schweifen lässt, dem wird Johannes Haußner, 29, eventuell schon aufgefallen sein. Der zugezogene Künstler, Theaterschaffende und Zeichner baut seit einem Jahr immer wieder auffällige Steinfiguren ans Ufer, die nicht nur Anwohnerinnen und Anwohner, Eltern und Kindern, Studierende und Touristen zum Verweilen einladen. Ein Interview mit der Person hinter dem Zen-Garten an der Regnitz.

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Best of Five

Fans der Brose Baskets Bamberg beim Public Viewing auf dem Maxplatz, Bamberg, kurz vor Ende des vierten Quarters.

Fans der Brose Baskets Bamberg beim Public Viewing auf dem Maxplatz, Bamberg, kurz vor Ende des vierten Quarters.

Bamberg, 17. Juni 2015. Im vierten Spiel der Best-of-Five-Playoff-Phase der deutschen Basketball-Bundesliga (BBL) sichern sich die Brose Baskets Bamberg nicht den vorzeitigen Meistertitel. Ein paar Eindrücke von der Bamberger Fanmeile am Maxplatz.

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Kontaktfestival #11 auf ehemaligem Militärgelände

Festivalbesucher warten vor dem Gate 1 der ehemaligen US-Kaserne auf die Eröffnung des Geländes.

Warten vor dem Gate 1 der ehemaligen US-Lagarde-Kaserne auf die Eröffnung des Festivalgeländes.

Bamberg, im Mai 2015. Die US-Kasernenareale im Osten Bambergs sind ein Politikum. Seit dem Abzug der US-Streitkräfte 2014 liegt das Gelände brach: Zwar werden Straßen und Gebäude intakt gehalten und täglich von Sicherheitsdiensten kontrolliert, doch die rund 450 Fußballfelder große Fläche des Militärgeländes vegetiert ungenutzt dahin. Einen kleinen Teil dieser unter Verschluss gehaltenen riesigen Geisterstadt, die acht Prozent des Stadtgebietes ausmacht, konnte als Veranstaltungsort für das viertägige Kontaktfestival…

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Kerwabunga

Sicht in Richtung Regnitz sowie Michaelsberg vom Ufer nahe der Kapuzinerstraße aus

Sicht in Richtung Regnitzufer sowie Michaelsberg vom Ufer nahe der Kapuzinerstraße aus.

Bamberg, im August 2014. Zum Abschlussfeuerwerk der 2014er Sandkerwa begab ich mich in die Teilbibliothek 5. Diese Bibliothek der Universität Bamberg liegt direkt am Regnitzufer und bot mir die beste Aussicht auf das Feuerwerk, ohne umringt von den vielen Feiernden zu sein, die sich in der Altstadt aufhielten.

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Bamberger Türen

Bamberger Türen, 2014.

Bamberg, im Juni und Juli 2014.

Türen sagen manches aus
über den, der wohnt in einem Haus.
Es ist, als hätten sie ein Gesicht,
dessen Mimik zu uns spricht,
ob dieser Mensch einem zugetan,
oder ob´s besser, man klopft nicht an.

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Hochwasser in Dresden

Freiwillige Helferinnen und Helfer in der Leipziger Straße, Äußere Neustadt

Freiwillige Helferinnen und Helfer in der Leipziger Straße, Äußere Neustadt


Dresden, im Juni 2013. Die Elbe steigt. Vergleiche zum Jahrhunderthochwasser Anfang der 2000er Jahre werden lauter. Während der historische innerstädtische Kern (wegen der Erfahrungen aus dem zurückliegenden Hochwasser) gut gewappnet ist, ereignen sich die Dramen in den…

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